Wohnen, Gastronomie und Büros: Landmarken kaufen Stadthafen-Grundstück
Auch Hotel und Gewerbe auf Fläche an der Wasserkante geplant
Die Landmarken AG hat am Freitag, 2. Oktober, den Kaufvertrag für ein rund 10.000 Quadratmeter großes Grundstück am Stadthafen Münster unterzeichnet. Verkäuferin ist die Stadtwerke Münster GmbH. Damit ist ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung der direkt am Wasser gelegenen Brachfläche zwischen Hafenweg und Hafenbecken erreicht. Das Projekt von Landmarken komplettiert als letzter Baustein die Entwicklung auf dem ehemaligen Osmo-Gelände.
Das Landmarken-Projekt verknüpft neuen Wohnraum – inklusive geförderter Wohnungen – mit Büro- und Dienstleistungsflächen sowie Gastronomie- und Freizeitangeboten. Entstehen sollen unter anderem drei sechsgeschossige Wohngebäude mit insgesamt 115 Wohnungen, ein Hotel mit Rooftop-Bar, zahlreiche Grünflächen und ein zentraler öffentlicher Platz am Wasser.
Nach der Rückgabe des Grundstücks durch die LVM Versicherung an die Stadtwerke im Dezember 2024 war ein neues Investorenauswahlverfahren erforderlich. Im von den Stadtwerken als Eigentümerin mit Unterstützung der Stadt Münster ausgelobten mehrstufigen Verfahren setzte sich die Landmarken AG durch. Bewertet wurden unter anderem die architektonische Qualität und Funktionalität, der Mehrwert für die Stadtgesellschaft, die Realisierungskompetenz sowie der Kaufpreis für das Grundstück.
„Das Konzept überzeugt durch seine städtebauliche Qualität und verbindet den neuen Wohn- und Arbeitsraum mit Nutzungsangeboten für alle. Die Rooftop-Bar und der Platz am Wasser haben das Potenzial, besondere und beliebte Treffpunkte zu werden. Direkt am Wasser entsteht ein facettenreiches neues Stück Münster, das den pulsierenden Stadtraum rund um das Hafenbecken bereichern wird“, sagt Stadtbaurat Robin Denstorff.
Die münsterschen Architekten Kleihues + Kleihues zeichnen für den Entwurf verantwortlich. „In Fortführung und Transformation einer klassischen Hafenarchitektur entsteht eine moderne, zukunftsfähige und nachhaltige Architektur“, sagt Jan Kleihues. „So entsteht ein identitätsstiftender Ort für alle.“ Die Freiraumplanung mit zahlreichen Grünflächen und dem zentralen Platz hat das ebenfalls in Münster ansässige Büro brandenfels landscape + environment entwickelt.
„Es ist immer unser Anspruch, mit unserem Wettbewerbsbeitrag etwas Besonderes zu leisten, das weit über die Anforderungen des Verfahrens hinausgeht“, sagt Landmarken-Vorstand Jens Kreiterling. „Das gelingt uns auch hier: Wir werden ein Stück Stadt entwickeln, das eine positive Wirkung weit über den Standort hinaus entfaltet.“ Dafür hält die Landmarken AG bewusst eine Fläche direkt am Wasser frei, um der Stadtgesellschaft einen zusätzlichen, konsumfrei nutzbaren Platz anzubieten.
Wohnraum auf 10.000 Quadratmetern Fläche
Das Konzept der Landmarken AG sieht zunächst drei sechsgeschossige Wohngebäude im Anschluss an das Gebäude des Coppenrath-Verlags vor. Mit 115 Wohnungen auf rund 10.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entsteht Raum für unterschiedliche Wohn- und Eigentumsformen. Rund ein Drittel der Wohnfläche soll öffentlich gefördert werden. In den Erdgeschossen zum Hafenweg und zur Hafenpromenade sind Gewerbeflächen vorgesehen, die zur weiteren Belebung des Stadtraums beitragen sollen. Unterirdisch ist eine große Tiefgarage mit mehr als 200 Stellplätzen geplant. Zwischen den Gebäuden entstehen Grün- und Spielflächen für die Anwohnerinnen und Anwohner. Vom Hafenweg aus soll der Blick aufs Wasser teilweise frei bleiben.
Gastronomie, Büros und Hotel geplant
Östlich schließt sich ein viergeschossiges Gebäude an. Über einer gastronomischen Nutzung im Erdgeschoss entstehen auf drei Etagen Büroflächen. Davor bleibt am Standort des ehemaligen Coconut Beach bewusst eine Fläche frei. Sie soll als zentraler Begegnungsort mit hoher Aufenthaltsqualität unmittelbar am Hafenbecken gestaltet werden.
Auf der Ostseite des Grundstücks ist ein Hotel mit bis zu 200 Zimmern vorgesehen. Eine öffentlich zugängliche Rooftop-Bar auf der Dachterrasse in rund 50 Metern Höhe verspricht besondere Ausblicke über die Stadt und den Hafen. Im Übergang zum bestehenden Speicher ergänzt ein weiteres sechsgeschossiges Gebäude das Landmarken-Projekt. Dort können verschiedene gewerbliche Nutzungen untergebracht werden.
Nach der Fertigstellung wird nicht nur die Promenade entlang des Hafenbeckens vervollständigt, auch zwischen den Gebäuden entstehen Durchgänge vom Hafenbecken zum Hafenweg. Das Projekt soll in einem Zug realisiert werden. Die Erschließung erfolgt später über die verlängerte Ewaldistraße sowie im westlichen Bereich über den Hafenweg.
Teil des neuen Quartiers zwischen Schillerstraße und Hafen
Planungsrechtliche Grundlage für die Realisierung wird der neue Bebauungsplan Nr. 600/Stadthafen Nord, der sich in der finalen Erarbeitungsphase befindet. Das Plangebiet umfasst neben dem Landmarken-Projekt auch die Baufelder der münsterschen Architekten Andreas Deilmann und Rainer M. Kresing sowie den Bereich um den Speicher der Familie Kuhr. Wo früher die Osmo-Hallen standen, entsteht damit zwischen Stadthafen und Schillerstraße ein neues Quartier zum Wohnen, Arbeiten und Leben – mit nach derzeitigem Planungsstand 800 bis 900 Wohnungen sowie Büro- und Dienstleistungsnutzungen, Gastronomie, zwei Hotels und einer Kita.
Im Westen wird das Quartier an den Hafenmarkt und im Norden an die Wohnbebauung rund um Ewaldi- und Querstraße angebunden sein. Verknüpft werden die einzelnen Projekte durch eine gemeinsame Freiraumgestaltung, die Wert auf attraktive Aufenthaltsräume und gute Fuß- und Radverbindungen legt. Autos parken jeweils unter den Grundstücken in Tiefgaragen.